Prignitzer Sau mit Ferkel
  • Autor:Toralf Schneider
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Neuer Abferkelungsstall am 08. September 2017 eröffnet

Am 8. September 2017 sind wir als Prignitzer Landschwein GmbH & Co. KG gemeinsam mit zahlreichen Gästen, Partnern und Mitarbeiterneinen einen weiteren großen Schritt, hin zu einem neuen und ganzheitlich gedachten Haltungssystem in der Schweinezucht, gegangen.
Ganz bewusst hat Geschäftsführer Ralf Remmert mit seinem Team in der Vergangenheit immer darauf hingewiesen, dass ein Wandel in der Landwirtschaft nur dann stattfinden kann, wenn nicht ausschließlich ökologische Betriebe diesen Wandel vorantreiben, sondern auch in der konventionellen Schweinehaltung neue Wege gegangen werden.

Eröffnungsveranstaltung am 08. September 2017 – Geschäftsführer Ralf Remmert

Das Entscheidende ist bei allen Aktivitäten die Frage des Absatzes. Die exportorientierte Ausrichtung der Vergangenheit hat viele kleinere und mittlere Betriebe durch einen ruinösen Preiskampf zum Aufgeben gezwungen. „Nur wenn es uns gelingt, mit einer für jeden Verbraucher transparenten und nachvollziehbaren Geschichte unsere Systeme weiterzuentwickeln, wird uns ein nachhaltiger Wandel zu mehr Tier- und Umweltschutz gelingen“, sagt der gebürtige Niedersache Remmert.

In der regionalen Vermarktung von hochwertigem Schweinefleisch sieht er eine große Chance für Brandenburgs Landwirtschaft. Und es geht nur über die Qualität. Stressfreie Haltung und besonders auch Schlachtung sind neben dem Tierschutz die Grundlagen für eine Verbesserung der Qualität. Der Markt in der Metropolregion rund um Berlin ist in jedem Fall da.

„Wir dürfen als Landwirte auch ein bisschen mutiger werden, und können nicht wie in der Vergangenheit darauf warten, dass uns von oben jemand hilft“, stellt Remmert klar. Daher habe er auch oftmals Gegenwind von Berufskollegen bekommen. Der Satz, dass „dies doch gar nicht geht“, hat Ralf Remmert noch nie gelten lassen. Auch, dass man ihn manchmal als Träumer oder gar Spinner bezeichnet hat, lässt ihn kalt.

Und unser neues System funktioniert und bestätigt ihn. Ohne Ringelschwanzkupieren, mit viel Licht und Auslauf für die Tiere, einem neuen Klimamanagement im Stall in der Gruppenhaltung, GVO-freiem Futter aus der Nachbarschaft und was ganz entscheidend ist, mit einer deutlichen Verringerung der Belastung der Böden.

Hier hat der Tüftler aus der Prignitz lange experimentiert. Auch hier anfangs belächelt, wenn er von seiner „Schweinetoilette“ berichtet hat, ist die Prignitzer Landschwein GmbH nach langen Erprobungsmonaten heute so weit, ein belastbares System zur Vermeidung der schädlichen Ammoniakbildung bereits im Stall vorzuhalten. Fest- und Flüssigstoffe werden mit einem einfachen Bandsystem getrennt und es entsteht keine Ammoniakbelastung mehr. „Das sieht alles einfach aus, ist aber nicht so trivial. Da habe ich lange gebastelt und probiert, aber nun geht es sehr gut und störungsunanfällig“, erklärt Ralf Remmert.

Abferkelung mit Freilauf bei der Prignitzer Landschwein GmbH

Abferkelung mit Freilauf bei der Prignitzer Landschwein GmbH

Nicht zuletzt hat er auch immer betont, dass er das nicht nur für sich selbst mache, sondern mit seinem Engagement auch für den Berufsstand eine Perspektive eröffnen wolle. Der neue Stall hat bewusst auch einen verglasten Besucherraum, in dem Verbraucher, Schulklassen und Interessierte den Stall ansehen können.

Man denke auch schon über die Einrichtung von „Stall-TV“ nach. „Wir haben nichts zu verheimlichen, und da kann gern der Verbraucher rund um die Uhr mit einer Webcam überprüfen, ob wir das, was wir sagen, auch einhalten.